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Verschoben auf 6. November 2021: Lieder zur Shoah

23. Januar · 19:3020:30

Von „An allem sind die Juden schuld!“ bis „Ver vet blaybn? – got vet blaybn!“ 1 deutsches und ca. 20 jiddische Lieder zum Thema Shoah

mit Olaf Ruhl, Theologe und Musiker jiddischer Musik

Den Irrsinn des deutschen Antisemitismus hat der Dichter und Komponist FriedrichHolländer schon 1931 so treffend ironisch auf den Punkt gebracht, dass ich mit dem Lied beginne, das er zur „Habanera“ aus George Bizets Oper „Carmen“ gedichtet hat: „An allem sind die Juden schuld!“.
Es folgen drei Lieder des aus Krakau stammenden und 1942 im dortigen Ghetto gestorbenen Dichters und Komponisten Mordechaj Gebirtig und zwei von Mark Warschawski, der zwar schon 1907 gestorben ist, dessen Lied „Oyfn pripetchik“ durch die Shoah aber eine besondere Bedeutung bekam.
Von Arkady Gendler, den ich 2009 beim Yiddish Summer Weimar kennen lernen durfte und der 2017 im Alter von 96 Jahren gestorben ist, stammt das nächste Lied über die ausgewanderten und verstorbenen Kameraden seiner Kindheit in der Ukraine.
Vier traditionelle Lieder befassen sich allgemein mit dem Leben und Leiden der Juden in Mittel- und Osteuropa, wo die aschkenasischen Juden meistens jiddisch sprachen.

Das wohl bekannteste jiddische Lied ist „Dos kelbl“ – geschrieben für ein Musical, das 1941 am jiddischen Theater in New York uraufgeführt wurde und als „Dona Dona“ auf englisch weltweit bekannt geworden: das Gleichnis vom Kalb, das geschlachtet wird und der Schwalbe, die davon fliegen kann.
Das Lied „Vilne“, geschrieben Ende der 1920er Jahre in den USA und später oft im Ghetto von Wilna gesungen, eröffnet eine Reihe von 8 Liedern, die sich auf das Leben und Leiden der Juden in Wilna/Vilnius und der Umgebung beziehen oder auf den jüdischen Widerstand gegen die deutsche Wehrmacht und die mit ihr kollaborierenden Streitkräfte aus den baltischen Staaten.
Den Schluss bildet ein Gedicht, das Avrom Sutzkever 1974 geschrieben und zu dem Zhenya Lopatnik die Melodie geschrieben hat: „Ver vet blaybn …“ Avrom Sutzkever, von dem auch das Gedicht über die Gassen von Wilna stammt, wurde 1913 in der Nähe von Wilna geboren und starb 2010 in Tel Aviv, Zhenya Lopatnik lebt in der Ukraine.

 

Details

Datum:
23. Januar
Zeit:
19:30 – 20:30
Veranstaltungskategorie:

Veranstalter

Ev. Kirchengemeinde Alt-Pankow

Veranstaltungsort

Alte Pfarrkirche Pankow
Breite Straße 38
Berlin, 13187 Deutschland
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Website:
alt-pankow.de